Babysitting SRK: für Eltern

Tipps und Informationen für Eltern

Wie finde ich meinen Rotkreuz-Babysitter?

Bitte wenden Sie sich an das Rote Kreuz in Ihrem Kanton. Sie erhalten Tipps wie und wo Sie ausgebildete Rotkreuz-Babysitter finden: Zum Beispiel über eine Website oder Vermittlungsstellen. Fragen Sie auch bei Ihrer Gemeinde nach und schauen Sie sich die Inserate im Einkaufszentrum an.

Hier finden Sie relevante Informationen fürs Babysitten:

Babysitting und Coronavirus

Auch während der Corona-Pandemie ist es möglich, dass ein Babysitter Ihr Kind hütet. Folgende Empfehlungen sollten dabei beachtet werden:

  • Babysitter sollen grundsätzlich nicht als Ersatz für Kinderbetreuung (Tagesmutter, Kita etc.) fungieren, wenn Eltern ausser Haus bei der Arbeit sind. Einsätze sollten auf ca. 3 Stunden (bei wachem Kind) beschränkt sein und zum Ziel haben, Ihnen einen nötigen Freiraum zu geben.
  • Kinderhüten ist nur möglich, wenn der Babysitter (und seine Familie) sowie die Familie bei der das Kind gehütet wird, gesund sind und keine (bekannte) Ansteckungsgefahr besteht.
  • Für die Schutzvorkehrungen in der eigenen Wohnung sind die Eltern der zu betreuenden Kinder verantwortlich. Beim Kinderhüten können die 2 Meter Abstand allerdings nicht immer eingehalten werden.
  • Für Schutzmaterial sind die Eltern verantwortlich.
  • Grundsätzlich stehen Eltern, die einen Babysitter einsetzen, gegenüber dem Babysitter (bzw. bei Minderjährigen: gegenüber von dessen Eltern) in der Verantwortung.

Grundregeln

Auch für Babysitting gilt es Grundregeln zu beachten – welche?

Babysitter betreuen gelegentlich Kinder, meist in der Wohnung der Eltern und in deren Abwesenheit. In der Regel sind Babysitter Mädchen, Buben und junge Erwachsene. Die Babysitter ersetzen die externe Kinderbetreuung nicht. Babysitter werden direkt von der Familie des Kindes, das sie betreuen, angestellt und bezahlt. Zwischen dem Babysitter und der Familie besteht ein Vertragsverhältnis.

  • Babysitter sind mindestens 13 Jahre alt.
  • Die betreuten Kinder müssen mindestens drei Monate alt sein. 
  • Babysitter betreuen keine kranken Kinder und höchstens drei Kinder gleichzeitig.
  • Wenn die Kinder wach sind, sollte die Betreuung in der Regel nicht länger als drei Stunden dauern. 
  • Babysitter betreuen ausschliesslich die Kinder, übertragen Sie ihm keine weiteren Aufgaben.
  • Nach 22 Uhr müssen die Babysitter die Möglichkeit haben, vor Ort zu schlafen.
  • Sie bezahlen den Babysitter.
  • Sie hinterlassen ihm immer eine Ansprechperson, welche in Notsituationen angerufen kann

Lohn

Welchen Lohn bezahle ich meiner Babysitterin, meinem Babysitter? Es ist sehr schwierig, einen Einheitstarif festzulegen. Die Tarifempfehlungen können regional sehr unterschiedlich ausfallen. Wichtig ist, dass die Eltern und der Babysitter zusammen einen Tarif vereinbaren.

Die genaue Höhe der Entschädigung hängt von mehreren Kriterien ab:

  • vom Alter des Babysitters
  • von der Erfahrung und allenfalls Ausbildung des Babysitters
  • von der Verantwortung und Aufgaben, die der Babysitter übernehmen muss
  • von der Anzahl und dem Alter der zu betreuenden Kinder
  • von Zeitpunkt und Dauer der Betreuung (Tages-, Abend- oder Nachtbetreuung)
  • und ob der Babysitter alleine betreut oder noch eine erwachsene Person anwesend ist.

Das SRK empfiehlt folgende Tarife: 

  • 13 bis 15 Jahre: CHF 8.00 bis 10.00 pro Stunde
  • 16 bis 25 Jahre: CHF 11.00 bis 18.00 pro Stunde

Dieser Tarif gilt beim Hüten von zwei Kindern. Für jedes weitere zusätzlich zu betreuende Kind empfehlen wir einen Zuschlag von CHF 2.00.

Übernachtet der Babysitter vor Ort, sollte eine Pauschale vereinbart werden, mindestens CHF 50.00. Man kann aber auch den Stundentarif mit einer zusätzlichen Nachtpauschale ergänzen, mindestens CHF 25.00. Bei regelmässigen Einsätzen kann auch eine Pauschale vereinbart werden. Wichtig dabei ist, die Dauer des Einsatzes zeitlich zu definieren.

Hütet der Babysitter über eine längere Zeitspanne bei einer Familie, ist es sinnvoll, einmal pro Jahr den Tarif neu zu vereinbaren und anzupassen. Entstehen dem Babysitter Fahrkosten, so übernehmen die Eltern diese Kostenzusätzlich.

Für eine lokale Tarifempfehlung kontaktieren Sie bitte das Rote Kreuz in Ihrer Region
 

Versicherungen

Welche Versicherungen braucht es?

Es ist wichtig, dass sich die Eltern und der Babysitter um eine Haftpflicht- sowie Unfallversicherung kümmern und sich über die Sozialversicherungen informieren. 

Haftpflichtversicherung
Grundsätzlich ist der Babysitter bzw. dessen Eltern für den Abschluss einer Haftpflichtversicherung verantwortlich.

Unfallversicherung
Grundsätzlich müssen sich die Babysitter selbst um einen genügenden Unfallschutz kümmern. Seit dem 1. Januar 2015 muss die Familie für Sackgeldjobs keine Unfallversicherung mehr abschliessen. Es ist jedoch sinnvoll, sich über mögliche Folgekosten von einem Versicherer beraten zu lassen. Es gilt folgende Regel:

  • Babysitter zwischen 18 und 25 Jahren bei einem Verdienst von CHF 750.00 pro Jahr/Familie: Unfallversicherung nicht obligatorisch
  • Babysitter ab 25 Jahren: Unfallversicherung obligatorisch

Sozialversicherungen
Seit dem 1. Januar 2015 muss die Familie für Sackgeldjobs keine Sozialbeiträge (AHV/IV/EO/ALV) entrichten, für regelmässig entlöhnte Arbeit jedoch schon. Es gilt folgende Regel:

  • Babysitter zwischen 13 und 18 Jahren: keine Beiträge
  • Babysitter zwischen 18 und 25 Jahren bei einem Verdienst von CHF 750.00 pro Jahr/Familie: keine Beiträge
  • Erwerbstätige Babysitter ab 18 Jahren bei einem Verdienst von über CHF 750.00 pro Jahr/Familie: Beitragspflichtig (nichterwerbstätige Babysitter ab 21 Jahren beitragspflichtig)
     

Vor dem ersten Einsatz

Ideal ist, wenn man vor einem geplanten Einsatz ein erstes gemeinsames Treffen organisiert. So können beide Seiten, also Eltern und Babysitter, unkompliziert Fragen stellen. Auch die Kinder haben dann bereits ein Bild vom «neuen» Babysitter.

Ein offenes Gespräch zeigt, ob die Eltern und die Babysitterin, der Babysitter die gleichen Vorstellungen haben. Das Verhalten und der Umgang zwischen der Babysitterin, der Babysitter und den Kindern zeigen schnell, ob die Chemie stimmt oder nicht.

  • Mögliche Regeln der Zusammenarbeit können angesprochen werden (Pünktlichkeit, Handhabung kurzfristiger Absagen, Medienkonsum, Umgang mit Fotos, Übernachtung, Heimweg, Rückfragen usw).
  • Die Tarifhöhe kann gemeinsam festgelegt und die Frage der Versicherung geklärt werden.

Lassen Sie sich von Ihrem Instinkt leiten!

Vor dem Abschied

Auf was muss ich achten bevor ich weggehe?

  • Bereiten Sie Ihr Kind am Tag der Betreuung auf das Kommen des Babysitters vor.
  • Sorgen Sie dafür, dass der Babysitter frühzeitig eintrifft und Sie sich in aller Ruhe von Ihrem Kind verabschieden können. Gehen Sie nicht unbemerkt weg, selbst wenn Sie befürchten, dass Ihr Kind weinen wird.
  • Bleiben Sie beim ersten Mal in der Nähe der Wohnung, damit Sie rasch zurückkommen können.
  • Sie informieren den Babysitter über die Gewohnheiten des Kindes, zeigen ihm, wo sich die wichtigsten Sachen befinden (Schoppen, Windeln, Pyjama usw.).
  • Sie sprechen über den möglichen Ablauf wie Mahlzeiten, Zvieri, Schlafenszeit usw. 
  • Sie hinterlassen dem Babysitter eine Telefonnummer, unter der Sie erreichbar sind, oder für den Notfall den Namen und die Kontaktdaten von Drittpersonen.
  • Sie zeigen, wo das Erste-Hilfe-Material ist.
  • Sie zeigen, wo der Stromkasten ist.
  • Sie lassen einen Hausschlüssel zurück.
  • Sie geben an, wann Sie zurückkehren werden, und halten sich daran.
  • Sie fragen den Babysitter, ob er ausreichend informiert ist oder noch Fragen hat.
     

Bei der Rückkehr

Auf was muss ich bei der Rückkehr achten?

  • Sie fragen den Babysitter, wie die Zeit mit dem Kind verlaufen ist und wie er sie erlebt hat.
  • Je nach Rückmeldung suchen Sie zusammen mit dem Babysitter nach Möglichkeiten, wie die entsprechende Situation das nächste Mal besser bewältigt werden könnte.
  • Sie entschädigen den Babysitter nach den vereinbarten Modalitäten, einschliesslich der Fahrkosten.
  • Sie sorgen dafür, dass der Babysitter sicher nach Hause gelangt, oder bieten ihm allenfalls die Möglichkeit, vor Ort zu übernachten.
  • Sie füllen gegebenenfalls den Babysitting-Pass des Roten Kreuzes aus.

Für Eltern in Notsituationen

Ich bin selbst krank oder in einer schwierigen Situation, wer kümmert sich um mein Kind?

Grundsätzlich sind Babysitter nicht die richtige Lösung, um Ihre Kinder in einem Notfall tagsüber zu betreuen. In solchen Fällen können Sie sich an die Rotkreuz-Kinderbetreuung zu Hause wenden → Link zur Website

Die Kinderbetreuung springt bei folgenden Situationen ein:

  • Wenn Sie krank sind.
  • Wenn Sie sich in einer schwierigen Situation befinden, z. B. nach dem Tod eines Angehörigen.
  • Wenn die die Tagesmutter oder die Grosseltern ausnahmsweise die Kinder nicht hüten können.
  • Wenn Ihr Kind krank ist und Sie arbeiten müssen.

Babysitter-Kurs SRK

Sie möchten Ihre Kinder in guten Händen wissen: Das SRK bringt Jugendlichen ab 13 Jahren das Babysitten bei, damit sie die anspruchsvolle Aufgabe als Babysitter sicher ausüben können.

Hier gehts zum Babysitter-Kurs SRK: Link zur Website