Babysitting SRK

Tipps und Infos für Babysitter

Wie finde ich nach dem Kurs einen JOB als Babysitter?

Das Schweizerische Rote Kreuz kann dir bei der Jobsuche helfen. Frage einfach in deinem Kanton nach. Je nach Region kannst du dich zum Beispiel in eine SRK-Babysitter-Liste eintragen lassen, die Eltern abgegeben wird. Für die Rotkreuz-Babysitter aus den Kantonen Bern, Graubünden und Solothurn gibt es sogar eigene Websites. Schau dich auch in deinem Umfeld nach einem Hütejob um – vor allem bei Eltern von Kleinkindern, die du kennst – oder mach eine Kleinanzeige im Supermarkt. Hier findest du den Kontakt vom Roten Kreuz in deinem Kanton → Link

Die meist gestellten Fragen:

Darf ich auch während der CORONA-KRISE ein Kind hüten?

Auch in der Coronazeit ist es für Jugendliche weiterhin möglich zu Babysitten. Folgende Empfehlungen solltest du dabei beachten:

  • Du solltest deine Einsätze auf eine oder ganz wenige Familien beschränken, um den Risiko-Kreis eng zu halten. Idealerweise bei einer Familie in der Nachbarschaft, mit deren Kindern du schon in Kontakt warst.
  • Du darfst nur Kinder hüten, wenn du (und deine Familie) sowie die Familie bei der das Kind gehütet wird, gesund sind und keine (bekannte) Ansteckungsgefahr besteht.
  • Einsätze sollten auf ca. 3 Stunden (bei wachem Kind) beschränkt sein und zum Ziel haben, Eltern einen nötigen Freiraum zu geben.
  • Für die Schutzvorkehrungen in der eigenen Wohnung sind die Eltern der zu betreuenden Kinder verantwortlich. Beim Kinderhüten kann der Abstand allerdings nicht eingehalten werden. Falls nötig, stellen die Eltern des Kindes Schutzmaterial wie Desinfektionsmittel, Masken, Handschuhe usw. zur Verfügung.
  • Zwischen dem Babysitter und den Eltern ist eine Meldepflicht zu vereinbaren, falls eine Person nach dem Einsatz an COVID 19 erkranken sollte.

Diese Verhaltens- und Hygieneregeln gemäss BAG sollten so weit wie möglich eingehalten werden (BAG → Link)

  • regelmässiges Händewaschen oder Hände desinfizieren
  • keine Berührungen (zur Begrüssung nicht die Hand geben)
  • Abstandsregel von 1,5 Meter zwischen Kind und Babysitter wenn immer möglich einhalten
  • wenn Abstand nicht eingehalten werden kann, sollte, wenn möglich, eine Schutzmaske getragen werden
  • treten Erkältungssymptome auf, muss zwingend eine Schutzmaske getragen werden
  • regelmässiges lüften der Räumlichkeiten oder geöffnete Fenster verringert das Infektionsrisiko
  • Eltern stellen Händedesinfektionsmittel, Haushaltspapier, Einwegtücher zum Händetrocknen oder Oberflächenreinigung bereit 
  • Eltern stellen Einweghandschuhe (zum Wickeln) zur Verfügung
  • vor und nach dem Wickeln Hände waschen (allenfalls auch Einweghandschuhe tragen) und Wickelunterlage desinfizieren 
  • draussen aufhalten, spielen im Garten, ums Haus oder zu Fuss in näheren Umgebung
  • das Spielen mit anderen Kindern vermeiden

Ich will im Internet einen Job suchen. Welche Websites empfiehlt das SRK?

Für die Rotkreuz-Babysitter aus den Kantonen Bern, Graubünden und Solothurn stellt das Schweizerische Rotes Kreuz Websites zur Verfügung (siehe Adressen oben). Wenn du in einem anderen Kanton wohnst oder arbeiten willst, empfehlen wir dir www.babysitting24.ch.

Was schreibe ich in eine Kleinanzeige?

In einer Kleinanzeige im Internet oder Supermarkt stellst du dich kurz vor. Erwähne deine Erfahrung, dein Verantwortungsbewusstsein und deine Motivation. Schreib auch, dass du den Babysitting-Kurs SRK besucht hast. Aber gib nicht zu viele persönliche Informationen bekannt: Vorname, Alter, Region, an welchen Tagen und wie oft du verfügbar bist, ob du selbstständig unterwegs bist oder einen Fahrdienst brauchst.

Gib möglichst eine Festnetznummer an. Oder besprich zuerst mit deinen Eltern, ob deine Handynummer in der Anzeige erscheinen soll. Falls du ein Foto verwendest, sollte es vertrauenswürdig wirken. Antworte nur auf Kontaktanfragen, die deine Arbeit als Babysitter betreffen.

Sag deinen Eltern, wohin du gehst, wenn du eine Familie zum ersten Mal aufsuchst, oder lass dich von ihnen dorthin begleiten (bis zur Tür). Sei vorsichtig.

Wie lässt sich mein Babysitter-Lohn festlegen?

Wie viel ein Rotkreuz-Babysitter verdient hängt von mehreren Faktoren ab. Wichtig ist, dass du mit den Eltern des Hütekindes einen Tarif abmachst, der für alle stimmt. Frag deine Freundinnen und Freunde, wie viel sie erhalten. Rede auch mit deinen Eltern oder bitte sie mitzukommen, wenn du dieses Thema mit der Hütefamilie besprichst. Hütest du über längere Zeit die gleichen Kinder? Dann kannst du nach einem Jahr eine Lohnerhöhung verlangen.

Der Hütetarif hängt davon ab:

  •     wie alt, wie erfahren und wie gut ausgebildet du bist
  •     welche Aufgaben du übernimmst
  •     wie viele Kinder du hütest und wie alt sie sind
  •     wann (tagsüber, abends oder nachts?) und wie lange du sie betreust
  •     ob du die Kinder alleine hütest oder ob ein Erwachsener anwesend ist

Das Schweizerische Rote Kreuz empfiehlt die folgenden Tarife:

13 bis 15 Jahre: 8 bis 10 Franken pro Stunde

16 bis 25 Jahre: 11 bis 18 Franken pro Stunde

Diese Tarife gelten für die Betreuung von zwei Kindern. Für jedes zusätzliche Hütekind kannst du einen Zuschlag von zwei Franken verlangen.

Bleibst du über Nacht bei der Hütefamilie, kannst du eine Pauschale von mindestens 50 Franken fordern.

Für regelmässiges Babysitten kannst du mit der Familie einen fixen Tarif pro Einsatz abmachen. Achte aber darauf, dass ihr die Dauer der Einsätze festlegt.

Deine Fahrtkosten muss dir die Hütefamilie zusätzlich bezahlen.

Die meisten Rotkreuz-Kantonalverbände geben regionale Tarifempfehlungen ab. Erkundige dich beim Roten Kreuz in deinem Wohnkanton. 

Welche Tipps kann mir das Rote Kreuz geben, damit alles rundläuft?

  • Achte darauf, dass du pünktlich bei der Familie eintriffst. Sag einen Einsatz nicht im letzten Moment ab – ausser im Notfall oder wenn du krank bist. Die Eltern vertrauen dir und verlassen sich auf dich.
  • Hüte keine Kinder, wenn du krank bist: Du willst sie ja nicht anstecken (Husten, Fieber, Coronavirus, Magen-Darm-Grippe usw.).
  • Hütest du ein Kind zum ersten Mal? Dann schlag seinen Eltern vor, in der Nähe zu bleiben. So sind sie bei einem Problem rasch wieder da. Hüte kein Kind, das du nie zuvor gesehen hast. Mach höchstens eine Ausnahme, wenn du damit Eltern in einem Notfall aus der Patsche helfen kannst.
  • Klär am Anfang mit den Eltern, wie dein Einsatz ablaufen soll und worauf du besonders achten sollst, zum Beispiel die Essenszeit oder das Einschlafritual. Frag nach, wenn du etwas nicht ganz verstanden hast.
  • Besprich mit den Eltern, ob und unter welchen Bedingungen ihr Kind elektronische Medien benutzen darf (Telefon, Tablet, Computer, Fernseher). Grundsätzlich ist es sicher besser, wenn du mit dem Kind spielst, als es vor ein elektronisches Gerät zu setzen. Im Babysitting-Kurs erhältst du viele Spielideen für Kinder in jedem Alter.
  • Mach weder Fotos noch Videoaufnahmen vom Kind oder vom Haus. Erzähl keine Privatsachen der Familie weiter.
  • Das geht beim Babysitten gar nicht: Besuch empfangen, private Anrufe machen, rauchen, Alkohol oder Drogen konsumieren.
  • Behandle deine Hütekinder mit Respekt. Schlag oder beschimpf sie auf keinen Fall und geh auf ihre Bedürfnisse ein. Möchtest du mehr über die Bedürfnisse und den Umgang mit Kindern in jedem Alter wissen? Besuch einen Babysitting-Kurs SRK in deiner Region.
  • Erzähl den Eltern, wie das Hüten verlaufen ist, wenn sie heimkommen. Und lass sie den Babysitting-Pass ausfüllen, den du im Rotkreuz-Kurs erhalten hast.

Was mache ich, wenn beim Babysitten ein Problem auftritt?

Grundsätzlich ist es wichtig, dass du deine Grenzen kennst und dir rechtzeitig Hilfe holst.

  • Informier sofort die Eltern oder die Kontaktperson, wenn ein grösseres Problem auftritt (das Kind tut sich sehr weh, hat Fieber, läuft weg usw.).
  • Geht dir mal was kaputt, ist das kein Drama. Informier einfach die Eltern, sobald sie heimkommen. Ist schlimmstenfalls ein grösserer Schaden entstanden, bist du normalerweise versichert und der Schaden wird den Eltern ersetzt.
  • Möchtest du dich bei einem medizinischen Notfall sicherer fühlen? Besuch einen Erste-Hilfe-Kurs: Den Nothilfekurs brauchst du auch für den Führerausweis. Oder wie wär's mit dem Kurs «Notfälle bei Kleinkindern»

Ich soll das Kind an einem Nachmittag unter der Woche hüten, doch dann habe ich Schule. Darf ich Nein sagen?

Normalerweise hütet ein Babysitter Kinder nicht tagsüber. Er ist keine Tagesmutter oder Nanny. Du darfst nicht die Schule schwänzen, um Kinder zu hüten. Babysitten ermöglicht Eltern einen freien Abend, an dem sie ausgehen oder ein Hobby betreiben und so etwas auftanken können. Du hütest die Kinder einige Stunden lang in der Wohnung der Familie, in der Regel abends und in Abwesenheit der Eltern.

Die Hütefamilie ist seltsam. Was soll ich tun?

  • Wenn du ein unangenehmes Erlebnis mit den Eltern des Kindes hast, sie untereinander Streit haben oder du Sachen beobachtest, die dir seltsam vorkommen, solltest du möglichst bald mit deinen Eltern sprechen.
    Falls nötig, können sich deine Eltern an das Rote Kreuz wenden. Es ist rechtlich zwar nicht für den Vertrag zwischen der Hütefamilie und dir verantwortlich, kann euch jedoch vielleicht beraten, wie ihr am besten vorgeht.
  • Betrifft das Problem das Hütekind, solltest du natürlich auch mit seinen Eltern sprechen.

Die Eltern möchten, dass ich Haushaltarbeiten erledige. Kann ich das ablehnen? Welche Rechte habe ich als Babysitter?

  • Du darfst Arbeiten ablehnen, die du nicht gerechtfertigt findest (z. B. staubsaugen oder Wäsche aufhängen). Denn du bist bei der Familie, um die Kinder zu betreuen.
  • Du darfst von den Eltern erwarten, dass sie zur angegebenen Zeit heimkehren.
  • Du hast das Recht, am Ende deines Einsatzes den abgemachten Tarif zu erhalten.
  • Nach 22 Uhr kannst du verlangen, dass sie dich nach Hause bringen – vor allem, wenn du weit weg wohnst.

Welche Versicherungen brauche ich?

Es ist wichtig, dass du eine gültige Haftpflicht- und Unfallversicherung hast. Frag deine Eltern, ob du genügend versichert bist. Über 18-jährige Babysitter sollten sich auch über die Sozialversicherungen informieren. 

Haftpflichtversicherung
Eine Haftpflichtversicherung ist praktisch, wenn dir in der Wohnung des Hütekindes etwas kaputtgeht. Normalerweise muss der Babysitter oder seine Eltern eine solche Versicherung abschliessen.

Unfallversicherung
Für Babysitter zwischen 18 und 25 Jahren, die nicht mehr als 750 Franken pro Jahr und Familie verdienen, ist eine Unfallversicherung nicht obligatorisch.

Ab dem Alter von 25 Jahren müssen Babysitter eine Unfallversicherung abschliessen.

Sozialversicherungen
Seit dem 1. Januar 2015 muss die Hütefamilie für Sackgeldjobs keine Sozialversicherungsbeiträge (Alters- und Hinterlassenenversicherung, Invalidenversicherung, Erwerbsersatzordnung, Arbeitslosenversicherung) mehr bezahlen, für eine regelmässige, entlohnte Arbeit jedoch schon.

Es gelten folgende Regeln:

  • Babysitter zwischen 13 und 18 Jahren: keine Beiträge 
  • Babysitter zwischen 18 und 25 Jahren, die nicht mehr als 750 Franken pro Jahr und Familie verdienen: keine Beiträge 
  • Für Babysitter ab 18 Jahren, die mehr als 750 Franken pro Jahr und Familie verdienen, müssen Beiträge bezahlt werden.
     

Babysitting-Kurs SRK

Was unternimmst du, wenn ein Kind weint, weil es seine Eltern vermisst? Wenn es seinen Gemüsebrei nicht essen will? Oder wenn es plötzlich Bauchweh hat? Im Babysitting-Kurs SRK erfährst du alles, was du wissen musst. MELDE DICH GLEICH AN!

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